Am Montag, den 3.3.2025, begann die ca. 12-stündige Fahrt von Rövershagen mit dem Bus nach Oswiecim.
Der folgende Tag begann direkt mit dem Hauptthema und dem wahrscheinlich wichtigsten Ereignis der ganzen Fahrt. Nämlich mit der Besichtigung und der Tour durch das Konzentrationslager Auschwitz.
Zwei Tourguides führten uns in zwei aufgeteilten Gruppen durch das Hauptlager von Auschwitz und gaben uns viele wichtige Informationen über das damalige Leben, die Bedingungen und über das Leid, das die Juden ertragen mussten.
Direkt nach diesem Rundgang durch das Hauptlager brachte uns der Reisebus zum Vernichtungslager Auschwitz II-Birkenau. Lange Schienen sah man schon von außerhalb des Lagers, die hineinführten, um damals die Juden von überall in Europa bis ins Lager in Viehwagons zu transportieren. Das war eine unbeschreibliche Qual für viele Beteiligten, da sie mit bis zu 90 Personen in so einem Wagon für mehrere Tage unterwegs waren.
Keine Toilette, wenig bis gar kein Essen und Trinken und auf extrem engen Raum zusammengepfercht – so waren Umstände der Deportation, die nicht alle Gefangenen überlebten.
So einen Wagon kann man an unserer Schule bis heute betrachten, da wir ihn auf dem Schulgelände der Europaschule Rövershagen zu stehen haben.
Der Nachmittag startete in bei der ersten Gruppe mit einer Führung durch ein Kloster und beinhaltete anschließend einen Rundgang durch eine Kunstausstellung eines ehemaligen Gefangenen, der seine Erfahrungen, nach langem Versuch es zu vergessen, aufs Papier brachte und ausdrucksstarke Bilder erschuf.
Die zweite Gruppe trat eine Führung durchs ehemalige Jüdische Viertel in Oswiecim an. Sie begannen mit dem Besuch des jüdischen Friedhofs, anschließend besichtigten sie verschiedene kleinen Stationen im jüdischen Viertel, die eine aussagekräftige Bedeutung hatten und verschiedenste Hinweise auf alte Ereignisse oder Familien gaben. Zudem wurden sie in der alten jüdischen Synagoge in die Bräuche und Traditionen des Judentums eingeführt.
Der Mittwoch startete mit Workshops, in denen wir die Themen und Informationen vom Vortag aus dem Lager nochmal aufgriffen, um ausführlich darüber zu sprechen und es besser nachvollziehen zu können.
Nach einer Mittagspause tauschten die Gruppen ihre Aktivitäten vom vorherigen Nachmittag.
Den Donnerstag verbrachten alle zum größten Teil gemeinsam in der ehemaligen Hauptstadt Krakau.
Das Highlight dieses Tages war meines Erachtens das Zeitzeugengespräch mit einer Frau, die kurz nach Ende des Krieges geboren wurde und daher aus Erzählungen von Mutter und Freunden viel wiedergeben konnte.
Eine zweistündige Tour durch Krakau brachte einen allgemeinen Einblick in die sehenswerte Stadt. Das Jüdische Ghetto und eine alte Synagoge waren wichtige Teile dieser Tour.
Den Nachmittag durften alle dann frei in Krakau verbringen, was meiner Meinung nach ein guter Abschluss dieser Gedenkstättenfahrt war.
Empfehlen würde ich diese Fahrt jedem, der sich für die Geschichte dieser Zeit und auch für das Judentum interessiert.
(Geschrieben von
Gedenken an den 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz
Begleiter

Jacob Dressler
j.dressler@rsg-roev.de